June 21, 2015

Erdbeer-Baiser Torte mit Vanillecreme: Süßes zum Sonntagskaffee

Schön langsam geht die Erdbeersaison im heimischen Garten zu Ende. Dabei hatten wir auch noch Glück, überhaupt welche gehabt zu haben. Nein, kein Pilz oder ein anderer gemeiner Schärdling bedrohte unser 12m² großes Erdbeerfeld - sondern ein ganz anderes Wesen: Ein Reh! - das sich fröhlich mehrere Nächte durch unseren Garten fraß, und dabei eine sauber abgemähte Spur im Blumenbeet und im Erdbeerfeld hinterließ. Wie kann es dazu kommen? Hier habe ich etwas Neues gelernt:
Trächtige Rehe bekommen anscheinend Heißhunger auf Blütenknospen. Und eines davon hat sich in unsere Nachbarschaft verirrt und seelenruhig alles kahlgefressen, was es an solchen gefunden hat. Eine besondere Vorliebe zeigt es für Rosen, aber auch Bartnelken, Tag-und-Nach-Veilchen und Mama's Phlox musste daran glauben. Trotz dem nächtlichen Blütenrausch blieb es aber intelligent: Die Knospen des Oleanders blieben verschont. Sehr gut für das Reh und sein Kitz- die sind nämlich giftig!
Bemerkt haben wir die nächtlichen Besuche allerdings erst am Erdbeerfeld: Der Hälfte der Pflanzen dort fehlten nämlich die Deckblätter! Zum Glück nur die - den Nachbarn fehlten nämlich auch Erdbeeren. Anscheinend hatte es davon aber schon genug, als es zu uns kam. (Dem Dessert sind ja eben die Rosen zum Opfer gefallen) Und darum gibt's bei uns im Garten momentan weniger für's Auge als für den Magen. Wenigstens liegen schon einige Gläser Erdbeermarmelade im Tiefkühler, weitere Erdbeeren für eine Sauce zu Topfenknödel sind ebenfalls eingefroren... und von dem Kuchen den ihr unten seht? Tja, da gab's heute nur noch ein einziges kleines Prachtstück im Kühlschrank... und das bekam dann meine Cousine, die zu Besuch kam. Daher: Das Rezept scheint sich zu lohnen...



Zugegeben: ein bisschen mehr Aufwand als die herkömmliche Erdbeertorte mit Biskuit, Obers-Topfengemisch und Erdbeerbelag ist sie natürlich schon, diese Leckerei, aber dafür schmeckt sie eben auch um das Stück exklusiver.
Ganz nach Plan lief Die Backerei auch nicht. Gegooglet habe ich eigentlich nach einem "saftigen" Rührteigboden. Das wurde er ehrlicherweise nicht. Muss jetzt aber nicht heißen, dass das Ergebnis 1. Schuld des Rezepts war (mein Ofen war ein bisschen flotter als der angegebene Richtwert, und das habe ich etwas übersehen) und 2.: Frau muss sich nur zu helfen wissen!
Als ich bemerkte, dass der Boden wohl etwas zu fest ist, habe ich ihn mit der Gabel mehfach eingestochen und mit Kokoslikör (Batida de Coco) bestrichen. Gut 1-2 cl dürfen das dann schon sein (vor allem wenn der Boden so trocken - *hust* steinhart *hust* - ist wie meiner. Der Kokosgeschmack war dadurch nicht allzu intensiv und es hat gut zum Kuchen gepasst (meine Mama fand in z.B. sehr lecker, aber sie mag eigentlich kein Kokos) - sie glaubte allerdings ich hätte Kokosflocken in den Teig getan. Meiner Schwester fiel interessanterweise der Alkohol auf, das Kokos aber nicht sofort... find ich spannend ;-) Der Boden wurde übrigens dennoch nicht allzu saftig, hat im Nachhinein gesehen aber perfekt ins Gesamtkonzept gepasst!
Der Originalboden ist für ein größeres Blech ausgelegt. Mein Rezept allerdings für eine kleine Form dieser Größe (ca. 28 x 23). Dank der Mächtigkeit des Kuchens reicht das auch sicher für 8 Leute.

Hier also mein Rezept:

Erdbeer-Baiser Torte mit Vanillecreme

für eine kleine Form (ca. 28 x 23cm)

1 Päckchen Vanille- Puddingpulver mit
1/4 l Milch zubereiten.
(Das ist die Hälfte der Milch als für einen "normalen" Pudding - also keine Sorge, er wird sehr fest. Dafür darf man auch ordentlich rühren :-) ) und auskühlen lassen.

Rührteig:
125 g Butter mit
85 g Zucker,
1 Päckchen Vanillezucker und
etwas Salz schaumig rühren. Nacheinander
2 Eigelb und
1 Ei einzeln unterrühren.

100 g Mehl,
1 TL Backpulver und
1 Päckchen Vanillepuddingpulver mischen und nach und nach in die Butter-Ei Creme einrühren.


Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech streichen und je nach Ofengröße bei 200°C ca. 20 Minuten backen (Stäbchenprobe empfehlenswert).

Währenddessen ca. 200 g Erdbeeren klein schneiden und das Baiser zubereiten:
2 Eiweiß mit
100 g Staubzucker zu sehr festem Schnee schlagen.
In eine zweite Form (oder im Ausmaß der ersten Backform auf ein größeres Blech) streichen. Mit
Mandelblättchen bestreuen.

Den Rührteig aus dem Ofen nehmen, die Temperatur auf 110°C zurückschalten und das Baiser bei leicht geöffneter Ofentüre ca. 2 Stunden (oder bis es knusprig ist) trocknen lassen.
Den Rührteig mit einer Gabel ca. zentimeterweise einstechen und mit etwa
2 cl Kokoslikör (alternativ: Milch-Rum Gemisch bzw. Milch oder Kakaomilch wenn Kinder mitessen) bestreichen. Darauf achten, dass das Gemisch auch in die Löcher kommt.

Creme:
1 Becher Obers (250 ml) steif schlagen, den erkalteten
Vanillepudding durchrühren und das Obers sowie die kleingeschnittenen Erdbeeren unterheben.
Auf den Rührteigboden streichen, kühl stellen.
Das Baiser obenauf legen, sobald es fertig und etwas ausgekühlt ist, idealerweise kurz vor dem servieren (schmeckt aber auch am nächsten Tag noch gut... sofern es solange hält ;-) ).


No comments:

Post a Comment