April 29, 2015

Mango-Reispudding : Ausflug in die Ayurveda-Küche


Seit einiger Zeit interessiere ich mich sehr für die altindische Ayurveda-Lehre. Das Wort ist geläufig und wird für alle möglichen Dinge "verwendet" -  doch was Ayurveda genau ist, können nur wenige tatsächlich definieren.
Dabei ist es gar nicht so schwierig: Wörtlich leitet sich der Begriff von "Wissen vom langen Leben" ab. Das besagt bereits viel, denn Ayurveda, als eine ganzheitliche Lehre, umfasst tatsächlich viele Bereiche des täglichen Lebens.
Es fasziniert mich auch immer wieder, wie viele Zitate und Methoden, die teilweise vor 5000 Jahren niedergeschrieben wurden dermaßen den Nerv unserer modernen Zeit treffen - scheinbar beschäftigen den Menschen über Jahrtausende hinweg die immerselben Dinge.
Von zentraler Bedeutung in der Gesundheitslehre des Ayurveda ist, dass jeder Mensch ein Individuum ist, und somit eine individuelle Lebensweise haben sollte. Um diese genauer zu bestimmen, sind die drei "doshas" definiert: Vata, Pitta und Kapha. Jedem Menschen ist von Natur aus eines, bzw. eine Konstellation aus zwei, dieser "doshas" angeboren. Ideal wäre natürlich, wenn die drei doshas in einem Gleichgewicht sind. Da man aber eine natürliche Dysbalance hat, bedeutet das, dass man dem entgegenwirken sollte:

Vata-Typen haben laut Ayurveda eine Neigung zu Verdauungsstörungen,  und Untergewicht und sollen daher – unbedingt regelmäßig – gekochte und nährende Kost bevorzugen und warme Getränke zu sich nehmen. Auch die Mahlzeiten sollten warm sein und etwas Fett enthalten. Die empfohlenen Geschmacksrichtungen sind salzig, sauer und süß, da sie Vata entgegenwirken.
Vata steht für die Elemente Wind, Luft und Äther (= BEWEGUNG)

Das ist der Punkt - man soll "gegen" sein Dosha arbeiten, das "Übergewicht" ausgleichen.

Pitta-Typen haben ein starkes „Verdauungsfeuer“ und neigen  Heisshunger; sie können kalte und warme Speisen zu sich nehmen, müssen aber darauf achten, nicht zuviel auf einmal zu essen und Frittiertes und Gebratenes zu meiden. Die Geschmacksrichtungen, die Pitta reduzieren, sind bitter, süß und herb.
Vata steht für die Elemente Feuer und Wasser (=FEUER, STOFFWECHSEL)

Kapha-Typen neigen zu langsamer Verdauung und haben einen niedrigen Umsatz, weshalb sie bei unzureichender Bewegung zu Übergewicht neigen. Warme Speisen und Getränke, wenig Fleisch, viel Gemüse mit bitterem und herbem Geschmack und Scharfes wirken diesen Tendenzen entgegen.
Kapha steht für die Elemente Erde und Wasser (=STRUKTURPRINZIP)

Ich selbst tendiere wohl zum Vata-Pitta Typ. (Vata wird als erstes genannt, weil es das Stärkere dosha in mir ist). Allerdings war ich nie bei einem Ayurveda-Arzt um mich bestimmen zu lassen. Im Internet bzw. in einschlägiger Fachliteratur gibt es zahlreiche Möglichkeiten sich einzulesen und selbst zu bestimmen. Es kommen natürlich, wie bei jeder anderen Lehre auch, immer wieder unterschiedliche Auslegungen und -richtungen vor. Für mich gilt hier das Prinzip dem eigenen inneren Gefühl zu vertrauen, was gut für einen selbst ist :-)

Dosha-Ausgleich kann also durch die Ernährung geschehen- dies ist aber nur eine Säule des Ayurveda. Die anderen sind: spezielle Massage- und Reinigungstechniken, Yoga und Pflanzenheilkunde. Dieses ganzheitliche Prinzip ist es, was mir so daran gefällt. Außerdem finde ich den Zugang, Gesundheit auf allen Ebenen anzustreben und nicht Krankheit zu bekämpfen als sehr erstrebenswert.
(Infos vgl. Ayurveda)

Tja, und da war ich leider gestern: Mein Stresspegel ist wieder einmal über alle Ufer getreten und hat sich in Form eines bösen Infekts gezeigt. Nach einer schlaflosen und hustenreichen Nacht war ich wie gerädert. Nach zwei erfolglosen Versuchen und verschlossenen Arzttüren, war der dritte endlich bereit mich zu empfangen. Und zwei Stunden später saß ich beim Lungen-Röngten. Was für ein Tag.
Vata-Typen gelten als sehr Infekt-Anfällig, und daher gibt es gerade für "uns" eine Reihe von guten Ratschlägen, wie man vor allem im Winter gut über die Runden kommt. "Kaltes" Essen, und auch "kalte Obst- und Gemüsesorten" sind dabei tabu. Viel Warmes (= nicht unter Körpertemperatur) trinken (natürlich zuckerfrei) - und die Empfehlung ist überhaupt: 3 warme Mahlzeiten am Tag. Nachdem gestern ein kalter, nasser, windreicher Tag (also sozusagen der absolute personal dosha-Anti-Tag) war, hatte ich auch richtig Lust auf etwas, das mein Vata ausgleichen würde:

Kokos-Mango-Reispudding

mit Hafermilch, Cranberries, Walnüssen, Kokos, Mohn und Cardamom

Für 1 Portion

40 g (Milch-)Reis mit
doppelter Menge Hafermilch (oder jeder anderen Milch) aufkochen und weich dünsten lassen.
Bei Bedarf Milch nachgießen.
2 EL Cranberries und 2 Datteln hacken und zum Reis geben, damit sie ebenfalls weich werden.
2 EL Walnüsse dazugeben. Herdplatte ausschalten, Deckel drauf.
1/2 Mango würfelig schneiden und nach ca. 5 Minuten mit dem Milchreis vermischen.
2 EL Kokosflocken1 EL Mohn untermischen.
In eine Schüssel geben und mit Cardamom bestreuen.


Wärmt von Innen und ist gut für
ஐ Körper ஐ und ஐ Seele ஐ.

No comments:

Post a Comment